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König Drosselbart
Es war einmal ein König, der hatte eine sehr schöne Tochter. Diese war in ihrem Wesen höchst dünkelhaft. Der König gab ein Fest, zu diesem lud er viele heiratslustige Männer ein.
Die Prinzessin schwebte an allen vorüber, hatte für keinen ein gutes Wort übrig.
Sie spottete: “Der sieht ja aus wie ein Faß?”
“Der wie eine Bohnenstange!”
“Fettknödel”
“Der wie ein Gespenst!”
“Hallo, Rote Bete-Gesicht!”
Zum Letzten: “Schaut nur, der hat einen Bart, der vorsteht wie ein Vogelschnabel man sollte ihn König Drosselbart nennen!”
Der alte König war sehr zornig auf seine Tochter. “Ich habe genug von deiner Hochnäsigkeit.
Als Strafe heiratest du nun den erstbesten Bettler der durch die Tür kommt.”
Ein bettelnder Musikant kam zum Schloß, spielte ein Liedchen und bekam die Prinzessin zur Frau. Sie bettelte: “ Oh nein, Vater, bitte nicht!” Der König blieb hart und sagte:
“Du wirst diesen Mann heiraten!” Sie ging mit ihrem Mann fort.
Die Prinzessin fragte ihren Mann: ”Wem gehört dieser schöne Wald?” König Drosselbart.
“Ach ich Unglückliche, hätte ich doch nur ihn zum Mann genommen.”
Sie frage wieder: ”Wem gehört diese Wiese?” König Drosselbart
Schließlich erreichten sie eine elende Behausung. Der Bettelmann sagte: “Das ist unser Heim.
Sie fragte: “Wo sind denn unsere Diener?” Leute wie wir brauchen keine Diener. Komm herein, mach Feuer an, bereite das Abendessen, ich bin sehr müde.” Sie hatte diese Arbeit vorher noch nie gemacht. Deshalb zeigte ihr Mann wie es geht.
Sie mußte Körbe flechten, Spinnen und Krüge und Vasen auf dem Markt verkaufen.
Sie klagte und jammerte aber er sagte nur: ”Wenn wir nicht vor Hunger sterben wollen,mußt du arbeiten:” So verkaufte sie auf dem Markt Krüge und Vasen. Aber eines Morgens kam ein betrunkener Husar dahergeritten, galoppierte auf ihren Stand zu und ritt alles zu Scherben, bis kein Krug und keine Vase mehr heil war. Die Prinzessin schluchzte:
Was soll nur aus mir werden, alles zerschlagen, kein Geld, wir werden elendig verhungern!”
Sie rannte heim. Ihr Mann schimpfte: “Wie dumm du doch bist, für diese Arbeit bist du nicht zu gebrauchen. Ich habe für dich eine Arbeit als Küchenmagd im Schloß bekommen, so kannst du auch genügend Essen mit nach Haus bringen.” Sie verrichtete die schmutzigsten Arbeiten und ihre zarten Hände wurden rauh, aufgesprungen und rot.
Da wünschte sie sich doch sehr wieder im Schloß ihres Vaters zu wohnen.
Sie erfuhr, daß der älteste Königssohn erwartet wurde, um eine wunderschöne Frau zu heiraten. Als das Fest zu Ende war, bekam sie einen großen Teller voller Essenreste mit nach Hause. Sie lief durch die Festhalle und stieß geradewegs mit dem Königssohn zusammen.
“Oh, verzeiht mir, verzeiht mir!” Sie schämte sich und wäre am liebsten in den Erdboden versunken. Der Prinz war nicht zornig, sondern sagte: “Mach dir nichts aus dem Mißgeschick, du würdest mir eine große Freude machen, wenn du mit mir tanzen würdest.”
Sie begann zu zittern, als sie erkannte, daß ihr Tanzpartner König Drosselbart war.Als die Musik verstummte, wollte sie flüchten, aber König Drosselbart hielt sie fest. Er sprach: ”Fürchte die nicht, ich bin der Bettelmusikant mit dem du in der Hütte gelebt hast.
Oh! Dann warst du es also, der mir alles entzweigeritten hat!” “Ja, ich wollte deinen Hochmut beugen und dich für die schmächliche Behandlung bestrafen . Aber nun hast du gelernt, bescheiden und freundlich zu sein. Nun wollen wir unsere Hochzeit richtig feiern!”
“Nun” sprach die Prinzessin, “du bist wirklich sehr streng mit mir gewesen, aber es hat sich wohl gelohnt.”
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