Der Fischer

Vom Fischer und seiner Frau

 

Ein armer Fischer saß Tag für Tag mit seiner Angel am Meer und eine Woche verging wie die andere.

 

Doch einmal passierte etwas gar Merkwürdiges.

Als er einen großen Butt heraufzog, begann dieser zu sprechen.

“Bitte lass mich leben, Fischer. Ich bin ein verwunschener Prinz”, sagte der Butt.

“Und ich würde dir sowieso nicht schmecken.”

“Nun, meinte der Fischer, “einen Fische, der sprechen kann, den will ich wohl am Leben lassen.” der Butt hatte seine Freiheit.

 

Der Fischer lebte mit seiner Frau in einer alten Kate in ganz ärmlichen Verhältnissen.

Er erzählte seiner Frau von dem sonderbaren Fisch. Sie schimpfte fürchterlich:

“Warum hast die dir nichts vom dem Fisch gewünscht?”

Geh ans Meer und sag dem Butt wir wünschen uns eine richtige kleine Hütte.”

 

Der Fischer seufzte, aber er tat, wie seine Frau es wollte.

Und so rief er über die helle See:

         Manntje, Manntje, Timpe Te, Buttje, Buttje in der See,

         myne Fru, de Isebill, will nich so, as ik wol will.”

Der Butt frage: “Na, was will sie denn?”

“Ach, sie will gerne ein einer schönen Hütte wohnen.”

“Geh nur, sie hat sie schon.”

Als der Mann heimkam, hatten sie ein hübsches Häuschen.

 

Doch es dauerte nicht lange, da wollte die Frau was Besseres.

Sie sage: “Sprich mit dem Butt, ich will in einem Schloß wohnen.”

 

Schweren Herzens ging er zum Meer das gefährlich düster aussah.

Wieder tat er seinen Spruch: Manntje, Mannte......

Und wieder erfüllte der Butt den Wunsch der Fischersfrau..

 

So ging es weiter. Immer größer wurden die Wünsche der Frau.

Als Nächstes wollte sie Königen, dann Kaiserin und schließlich Päpstin werden.

Der Fisch erfüllte all ihre Wünsche. Das Meer aber wurde von Mal zu Mal

Wilder und stürmischer. Dem armen Fischer wurde ganz bange ums Herz.

Die Frau verlangte zum Schluß von ihrem Mann:

“Geh zum Butt und sag ihm, ich will werden wie der liebe Gott!”

Da zitterte der Fischer vor Angst und lief hinaus. Das Meer tobte, es war ein grausamer Sturm. Der Himmel war pechschwarz, die Wellen hatten weiße Schaumkronen, und

Felsbrocken rollten in die See.

Laut brüllte der Fischer seine Spruch gegen das Tosen an.

 

Der Butt sprach wie immer: “Was will sie denn?”

Der Fischer antwortete: “Sie will sein wie Gott.”

Ganz ruhig blieb der Butt. “Geh nur. Sie hat alles, was sie verdient.”

Als der Mann heimkam, saß die Frau wieder in ihrer alten Kate.

Und da sitzen sie noch heute.

 

 

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